sinnhunde

Mit Hunden leben




Freies Spiel bewegt sich in einem Meer
 von Möglichkeiten und  ist entscheidend dafür, wie gut sich ein Wesen in der Welt  zurechtfindet.                             Christoph Quarch

Hunde müssen sich vom ersten Atemzug an aktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Sichern in der Frühphase der Welpenzeit noch instinktive Verhaltensweisen das Überleben der jungen Hunde, greifen spätestens ab der 5. Woche auch andere Überlebensstrategien -  Hunde beginnen zu lernen. Was ein Hund lernt, hängt  ganz entscheidend von den Erfahrungen ab, die er im Laufe seines Lebens macht. Einige der  grundlegendsten Erfahrungen machen junge Hunde im Spiel mit ihren Artgenossen.

"Das hat er noch nie gemacht" - wie sich Hunde verhalten

Hunde zeigen, neben ihrem instinktgeleiteten Verhalten, erstaunlich oft eine erstaunliche Kreativität, um ihre Ziele zu erreichen. John Bradshaw ( Dog Sense, 2012) vermutet, dass Hunde sich folgende Fragen "stellen", ehe sie handeln:

1. Wie sehr möchte ich etwas (Nahrung, Spielzeug, Zuwendung etc.) ?

2. Bekomme ich es problemlos ? 

3. Muss ich darum kämpfen ?

4. Ist es mir das wert   ?

Ehe ein Hund also ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt, prüft er, ob es sich überhaupt lohnt, dieses Verhalten zu zeigen. Hat er dabei ein tierisches oder menschliches Gegenüber, greift er (im "normalen" Verhaltensbereich) oftmals auf Elemente des Spielverhaltens zurück (Imponiergehabe, Zuneigungsgesten, Unterwürfigkeitsverhalten).

Die erzieherische Aufgabe des Hundeführers liegt darin, sich auf diese Spiele einzulassen. Ziel der spielerischen Auseinandersetzung ist es, den anderen in der Spielsituation kennenzulernen und zu erleben (z.B. sollte man schon mit dem kleinen Welpen möglichst oft das "Sanftes-Beissen"-Spiel spielen). Im Laufe der Zeit wird sich durch die gemeinsamen Spiele ein gegenseitiges Verständnis entwickeln, das langfristig eine tragbare Vertrauensbasis schafft. Ist diese gegenseitige Vertrauensbasis geschaffen, kann man neue Spiele einführen,  z.B. das "Komm-her"-Spiel, das "Setz-dich"-Spiel oder das "Leg-dich"-Spiel. 

Natürlich ist das Spiel nicht in jedem Fall ein geeignetes Mittel der Erziehung, z.B. wenn ein Hund ein beschädigendes Verhalten zeigt oder die Chemie bei einem Mensch-Hund-Team einfach nicht passt. Aber für einen Hund im "normalen" Verhaltensspektrum (und uneingeschränkt für Welpen) kann es ein artgerechter und Erfolg versprechender Ansatz sein. 

Erziehung als eine Abfolge gemeinsamer Spiele zu betrachten, hat sowohl Auswirkungen auf die Wahl der Erziehungsmittel und als auch auf die gesamte innere Einstellung zum Wesen "Hund":

  • beide Seiten stehen sich auf der gleichen Ebene gegenüber  
  • es gelten für beide Seiten dieselben fairen Spielregeln
  • Konflikte werden aus einer angstbesetzten, starren Konfrontation in eine heitere, gelöste Situation überführt 
  • für ein Spiel können immer wieder neue Lösungen gefunden werden
  •  manche Spiele können beendet werden, manche werden vielleicht ein Leben lang gespielt 
  • das aktuelle Spielergebnis ist kein Grund zur Sorge, da es sich immer verändern kann 
  • der (zeitweilige) Gewinn eines Spiels erhöht den Respekt vor dem Mitspieler 
  • spielerische Auseinandersetzung gewähren tiefere Einblicke in Charakter und Motivation des anderen ("der Falschspieler", "der Spielverderber")
  • Spiele führen zu Leichtigkeit, Lebensbejahung und Freude 
  • die positive, stressarme Atmosphäre des Spiels macht nachhaltiges Lernen erst möglich

Wenn Sie einen etwas anderen Ansatz im Zusammenleben mit Ihrem Hund ausprobieren wollen, dann freue ich mich auf Sie und Ihren Hund !

 

 

Tel: 0178/9291360